Die besten Tipps zur Deeskalation für private Sicherheitsdienste

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30. Juni 2020 · 7 Minuten Lesezeit

De Eskalation20286.30.2029

Die besten Tipps zur Deeskalation für private Sicherheitsdienste

Der Schutz von Personen und Eigentum ist die wichtigste Aufgabe privater Sicherheitsdienste.

In jeder angespannten Situation, in der die Gefahr von Gewalt besteht, muss die Deeskalation oberste Priorität haben und darf nicht nur eine von vielen Optionen sein. Um dies sicherzustellen, muss Ihr gesamtes Sicherheitsteam einheitlich vorgehen, wenn es darum geht, auf angespannte Situationen zu reagieren und diese zu entschärfen.

In diesem Artikel werden einige grundlegende Strategien vorgestellt, mit denen Ihre Sicherheitskräfte angespannte Situationen unter Kontrolle halten und Gewalt oder Verletzungen verhindern können.

  1. Warnzeichen für eine Eskalation
  2. Schritte zur Deeskalation
  3. Was man in bedrohlichen Situationen nicht tun sollte

Sobald Sie damit beginnen, diese Strategien in Ihrem Betrieb umzusetzen, sollte die Schulung Ihrer Mitarbeiter in diesen Strategien oberste Priorität haben. Gut geschulte Sicherheitskräfte, Vorgesetzte und Führungskräfte sind besser in der Lage, Deeskalationsstrategien umzusetzen.

Warnzeichen für eine Eskalation

In der privaten Sicherheitsbranche ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Sicherheitskräfte in potenziell gefährliche Situationen geraten. Deshalb ist ein ausgeprägtes Situationsbewusstsein von entscheidender Bedeutung.

Hier sind einige der häufigsten Warnzeichen dafür, dass eine Person eine Situation im Einsatz verschärfen könnte:

  • Direkte Bedrohungen
  • Mit früheren gewalttätigen Auseinandersetzungen prahlen
  • Schreien
  • Zahlreiche Schimpfwörter
  • Verletzung der Privatsphäre eines Sicherheitsmitarbeiters
  • Mit dem Finger zeigen
  • Schweres Atmen/Flattern der Nasenflügel
  • Fäuste ballen

Das sind die offensichtlichsten Anzeichen dafür, dass eine Situation eskalieren könnte. Es gibt jedoch auch weniger offensichtliche Anzeichen, die ebenso häufig vorkommen:

  • Höhere Stimmlage
  • Lachen zu seltsamen/unangemessenen Zeitpunkten
  • Sich weigern, Augenkontakt herzustellen
  • Spannkörper

Stellen Sie sicher, dass Ihre Sicherheitskräfte, die im Außendienst tätig sind, diese Warnzeichen kennen. Das erleichtert den Umgang mit gefährlichen Situationen erheblich.

7 Schritte zur Deeskalation von Situationen

In einer potenziell bedrohlichen oder gefährlichen Situation die Ruhe zu bewahren, ist viel leichter gesagt als getan. Es ist völlig normal, dass Sicherheitskräfte Feuer mit Feuer bekämpfen und sich behaupten wollen.

Das wird die Situation jedoch nur noch verschlimmern. Wenn ein Wachmann aggressiv reagiert, wird die Person, mit der er es zu tun hat, noch aggressiver zurückschlagen wollen.

Diese 7 Schritte helfen jedem Sicherheitsdienst, besser auf schwierige Situationen vorbereitet zu sein und die Sicherheit aller zu gewährleisten.

1. Vorbereiten

Ein Plan, an den sich Ihre Sicherheitsteams in bedrohlichen Situationen halten können, bietet zahlreiche Vorteile. Das Befolgen eines Plans kann Fehler minimieren, den Mitarbeitern Selbstvertrauen geben und dafür sorgen, dass sie ruhig bleiben. Wenn Sie bei der Ausarbeitung Ihrer Pläne auf Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgreifen, werden diese noch besser.

Zu den Aspekten, die bei diesen Plänen zu berücksichtigen sind, gehören unter anderem das Wissen, wann Verstärkung angefordert werden muss, wann der Einsatz körperlicher Gewalt in Betracht gezogen werden sollte und wie die Kommunikation erfolgen soll. Sobald Sie über einen soliden Plan verfügen, stellen Sie sicher, dass alle Sicherheitskräfte gut geschult sind, um diesen Plan umzusetzen.

2. Verstehen

Ganz gleich, ob ein Sicherheitsmitarbeiter versucht, einen obdachlosen Herumlungernden, einen gewalttätigen Straftäter oder eine aggressive „Soccer Mom“ zu entfernen – es ist wichtig, über das Verhalten der Person hinauszuschauen. Wenn man jeden in erster Linie als Menschen betrachtet – selbst in angespannten Situationen –, vermittelt man ihnen das Gefühl, dass ihnen tatsächlich jemand helfen möchte.

Wenn irgendetwas, was ein Beamter sagt oder tut, als wertend wirkt, wird die Person, die er zu beruhigen versucht, die Situation als Konflikt wahrnehmen statt als Versuch, eine Lösung zu finden. Wenn es das Ziel des Beamten ist, alle Beteiligten ruhig zu halten, ist eine Eskalation weitaus weniger wahrscheinlich.

3. Zuhören

Die wichtigste Regel beim Zuhören lautet: nicht unterbrechen. Dabei geht es jedoch um mehr, als eine wütende Person einfach nur schimpfen und schreien zu lassen. Die Menschen müssen das Gefühl haben, dass ihnen tatsächlich zugehört wird. Sicherheitskräfte, die mit einer wütenden Person zu tun haben, sollten aktives Zuhören praktizieren.

Durch den Blickkontakt bleiben die Wachleute aufmerksam und man zeigt der betreffenden Person, dass man ihr Aufmerksamkeit schenkt.

Indem man das Gesagte wiederholt, stellt man sicher, dass der Sicherheitsmitarbeiter versteht, was die Person sagen möchte, und nicht nur Vermutungen anstellt.

4. Kommunizieren

Bei der Kommunikation geht es nicht nur um die Worte, die man sagt. Studien zeigen, dass Kommunikation nur zu 7 % verbal ist. Der Rest hängt davon ab, wie etwas gesagt wird, und von der Körpersprache.

Ihre Sicherheitskräfte müssen auf jeden Aspekt ihrer Kommunikation achten. Durch Maßnahmen wie einen ruhigen Tonfall oder das Zurücktreten vermitteln sie, dass sie keine Bedrohung darstellen und helfen möchten.

Wenn man Fragen stellt, kann es einen großen Unterschied machen, den Menschen ausreichend Zeit zum Antworten zu geben. So übt sich der Sicherheitsmitarbeiter nicht nur in Geduld und bewahrt die Ruhe, sondern die problematische Person fühlt sich auch nicht unter Zeitdruck gesetzt.

5. Zusammenarbeiten

Selbst die aggressivste oder bedrohlichste Person reagiert eher kooperativ, wenn sie das Gefühl hat, dass jemand aufrichtig versucht, ihr zu helfen. Auch hier sollte die oberste Priorität eines Polizeibeamten darin bestehen, die Situation friedlich zu lösen, und nicht, Gewalt anzuwenden.

Der Einsatz von Formulierungen wie „Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir dieses Problem lösen können“ zeigt, dass der Beamte bereit ist, mit der Person zusammenzuarbeiten. Indem er Fragen stellt, um besser zu verstehen, warum die Person überhaupt verärgert ist, kann der Beamte die beste Lösung finden.

Wenn der Sicherheitsmitarbeiter Lösungen für das Problem vorschlägt, die auf den Aussagen der betreffenden Person basieren, zeigt dies, dass er tatsächlich versucht, zu helfen oder die Situation zu entschärfen.

6. Dokument

Die Dokumentation einer problematischen Interaktion kann entscheidend sein. Sollte die Situation eskalieren, kann eine solche Dokumentation später bei möglichen Gerichtsverfahren oder im Umgang mit den Strafverfolgungsbehörden hilfreich sein.

Durch den Einsatz einer Software für das Sicherheitspersonalmanagement wie Silvertrac können Sicherheitskräfte Tonaufnahmen machen, Notizen verfassen und Fotos aufnehmen, um sicherzustellen, dass der gesamte Sachverhalt erfasst wird.

Um die Situation ruhig zu halten, ist es immer am besten, die betreffende Person zu fragen oder ihr mitzuteilen, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. Sollte sie daraufhin anfangen, die Situation zu eskalieren, sind das Anfertigen von Notizen und/oder das Sicherstellen, dass Verstärkung in der Nähe ist, gute Alternativen.

7. Nachbesprechung

Es ist äußerst wichtig, als Team über angespannte Situationen zu sprechen. Feedback von den Sicherheitskräften vor Ort kann dazu beitragen, die Vorbereitungen zur Deeskalation in Zukunft anzupassen und zu verbessern.

Dies ist eine hervorragende Gelegenheit, um mehr Unterstützung von Ihren Sicherheitskräften zu gewinnen, da sie an der Entwicklung der Strategie mitwirken können.

Was man nicht tun sollte

Es ist ebenfalls wichtig zu wissen, was man in potenziell bedrohlichen Situationen nicht tun sollte. Hier sind ein paar Tipps, was man vermeiden sollte, wenn sich eine Situation zuspitzt.

  • Mach keine falschen Versprechungen. Versprechungen sollte man generell wohl besser vermeiden.
  • Unterbrich nicht. Das ist so wichtig, dass es hier zweimal steht. Unterbrechen ist eine der schnellsten Möglichkeiten, eine ohnehin schon angespannte Situation weiter zu verschärfen.
  • Machen Sie keinerlei Drohungen. Auch hier gilt: Das Ziel ist es, die Situation ohne Gewalt zu lösen. Drohungen machen dies unwahrscheinlicher.
  • Zeigen Sie keine sichtbare Frustration. Die Problemperson wird besser auf einen bereits ruhigen Sicherheitsmitarbeiter reagieren.
  • Sagen Sie keine stereotypen Sätze wie „Beruhige dich“ oder „Atme einfach tief durch“. Solche Sätze können tatsächlich eine negative Reaktion hervorrufen und die Situation verschlimmern.

Ein letztes Wort

Das sind großartige Tipps, um für Ruhe zu sorgen und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Aber wir wissen, dass sich damit nicht jede schwierige Situation verhindern lässt.

Gewalttätige und angespannte Situationen sind in der privaten Sicherheitsbranche unvermeidlich. Ein gutes Verständnis aller Strategien und Handlungsmöglichkeiten hilft Sicherheitsteams dabei, in jeder Situation optimal zu reagieren. Das Wissen um den richtigen Umgang mit solchen Situationen gewährleistet die Sicherheit Ihrer Sicherheitskräfte und die Zufriedenheit Ihrer Kunden.